So verhinderst Du, dass Dein Pferd nach 20 Minuten anfängt zu rennen

Dein Pferd läuft gut los. Du bist zufrieden. Nach 20 Minuten ist es jedoch, als ob sich ein Schalter umlegt: Es wird eilig. Von einem harmonischen Reitdialog keine Spur. Es fällt Dir schwer, noch einen einigermaßen guten Abschluss zu finden. 

 

Du fühlst Dich hilflos und als Beifahrer auf dem Pferderücken. Soweit Du das einschätzen kannst, hast Du in dem Moment, in dem der Verhaltenswechsel stattfindet, nichts anders gemacht als vorher. 

 

Das muss aber nicht so bleiben. In diesem Beitrag erfährst Du:

 

  • Wie Du Deinem Pferd beibringen kannst, entspannt zu bleiben (oder sich wieder zu entspannen)
  • Wie Du eine gute Lernsituation schaffst und so zur Erfolgserlebnis-Managerin Deines Pferdes wirst
  • Wieso weniger oft mehr ist und Rennen lassen Pferde nicht ruhiger macht 

 

 

 

Überforderung – vom Reiter häufig unterschätzt

 

Die Ursache für das Eilig werden der Pferde ist häufig Überforderung. Vielleicht denkst Du jetzt: „Aber ich doch gar nicht viel gemacht.“ 

 

Vieles von dem, was das Pferd uns beim Reiten gibt, nehmen wir für selbstverständlich. Wir bedenken dabei nicht, dass es dabei bereits physische und psychische Herausforderungen gibt, die uns häufig nicht bewusst sind. 

 

Stell Dir vor, Du würdest Tanzen lernen. Da kannst Du Dich ja auch nicht eine Stunde am Stück präzise in zum Teil unbekannten Schrittfolgen bewegen. Du braucht Pausen. Wenn Du Anfänger bist oder Dich von komplexen Aufgaben schnell gestresst fühlst, auch öfter. Du kannst nichts mehr aufnehmen oder umsetzen, wenn die Anforderung zu lange dauert. Genau so geht es dem Pferd, wenn wir es dressurmäßig reiten. 

 

Reiten wir ohne dem Pferd Konzentrationspausen und Erholungsphasen zu geben, kommt der Moment, in dem es überfordert ist. Dann reagiert es, in dem es sich über Geschwindigkeit entzieht. (Natürlich gibt es auch andere mögliche Verhaltensweisen, aber um die geht es hier nicht.)

Es bringt es nichts, Dein Pferd abzulongieren oder es abzugaloppieren.  Es ist dann vielleicht müde, lernt dann aber auch nicht mehr gut. Und Du möchtest Deinen Partner doch nicht jedes Mal müde machen, um etwas mit ihm zu unternehmen?

 

 

So bleibt Dein Pferd so konzentriert wie ein Tennisspieler vorm Aufschlag des Gegners:

 

Die Lösung liegt in der Gestaltung Deiner Trainingseinheit. Sie muss so aufgebaut sein, dass Dein Pferd in ihr lernen kann, sich länger zu konzentrieren. Und dass es sich lohnt, für Dich alles zu geben. Ich habe in meinem Unterricht gute Ergebnisse, wenn ich mich an der folgenden Struktur orientiere:

 

1.)  Bestandsaufnahme: 

Was macht Dein Pferd gut? 

Meist ist das etwas, dass Du so lange für selbstverständlich nimmst, bis die Stimmung gekippt ist und es das nicht mehr macht. 

 

Dinge, die wir für selbstverständlich nehmen, es aber nicht sind, könnten sein:

 

-      Dein Pferd läuft konstant in Dehnung

-      Konzentriert sich trotz Außenreizen gut

-      Nimmt alle Deine Hilfen gut an und setzt sie um (z.B. Treiben, Paraden)

-      Hat eine neue Lektion gut ausgeführt

 

 

 

2.) Belohne das Richtige  

Halte  an und gib Deinem Pferd eine Pause. Wichtig: Fang damit an, BEVOR es eilig wird. 

(Lies hierzu auch gerne meinen Beitrag über Pausen: "Auch Nichtstun kann bei der Arbeit helfen - Warum Pausen Dein Training besser machen".)

 

Das Ergebnis ist, dass Dein Pferd sich immer wieder in Kopf und Körper entspannen kann. Es macht dann in jeder „Mini-Einheit“ mit frischer Energie weiter. Du gibst dem Pferd garkeinen Grund mehr, wegzurennen. 

Und ganz nebenbei lernt es, dass es sich lohnt, sich für den Reiter anzustrengen. Und dass es von Dir nur Aufgaben bekommt, die es auch bewältigen kann. Du sorgst dafür, dass Dein Pferd mehr Erfolgserlebnisse hat. In Zukunft wird es sich von sich aus mehr anstrengen, um die richtige Lösung für die von Dir gestellten Aufgaben zu finden. Du wirst die Erfolgserlebnis-Manager*in Deines Pferdes – und Dein wird immer mehr für Dich geben.

 

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