Gutes Stallklima mal anders: Die Negativ-Kommentar-Diät

Beim Reiten suchen wir Harmonie mit dem Pferd. Da sind sich alle Reiter einig. Aber wie konsequent setzen wir diesen Wunsch in unserem Stall-Alltag bereits im menschlichen Miteinander um? 

 

Lästern ist Stress

 

Uns ist genau bewusst, wann die Pferde rauskommen, wann gefüttert wird etc., damit wir  einen möglichst guten Zeitpunkt zum Reiten erwischen. Wir achten also genau darauf, möglichst gute Voraussetzungen für ein positives Reiterlebnis zu schaffen.

 

Wir wählen den Stall, in den wir unser Pferd stellen, mit Bedacht aus. Da ist es eigentlich sehr erstaunlich, dass wir nicht viel achtsamer mit dem sind, was wir durch unsere Gespräche und Aussagen selbst zum Stallklima beitragen. Wir haben alle schon mal erlebt, dass wir gemeinsam über eine abwesende dritte Person gelästert haben.

 

Hast Du schon mal beobachtet, wie Du dich fühlst, nachdem Du über eine Stallkollegin gelästert hast? Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, fühle ich mich jedesmal schlechter, wenn ich etwas Negatives über eine Miteinstellerin (oder sonst irgendjemanden) gesagt habe. Mein Energieniveau ist deutlich besser, wenn ich nichts oder etwas Positives gesagt habe.

 

"Was Paul über Peter sagt, sagt mehr über Paul als über Peter."

 

Wie schon in anderen Beiträgen erwähnt, nehmen wir immer das verstärkt wahr, auf das wir achten. Wenn ich also im Schnack mit der Boxennachbarin auch gerne mal einen Seitenhieb auf eine Stallkollegin verteile, werden mir auch immer eher die negativen Seiten an ihr auffallen. Entscheide ich mich, etwas Nettes zu sagen, fallen mir vielleicht an der vermeintlichen Nervensäge positive Seiten auf. Was sich auf unsere Beziehung positiv auswirken kann. Oder zumindest dazu führt, dass ich mich mit einer (für mich und die anderen) angenehmeren inneren Haltung am Stall bewege. Und in letzter Konsequenz das Klima am Stall besser wird.

 

Ich kann nicht alle am Stall mögen. Das muss ich auch gar nicht. Aber ich kann mich aktiv dafür entscheiden, negative Äußerungen zu vermeiden. Und dafür vielleicht einmal öfter den Mund aufzumachen, wenn ich etwas beobachte, bei dem es gilt, für das Wohl eines Pferdes einzutreten.  

 

Mehr Reitkultur im Miteinander

 

Bestrebt zu sein, Pferde gut auszubilden, hat für mich auch immer etwas damit zu tun, an sich selbst zu arbeiten. Und eine Reitkultur, die Freude macht, fängt nicht erst mit der richtigen Position beim Führen oder dem Sitz auf dem Pferd an, sondern mit dem, was ich tue und sage.

 

Ich freue mich, dass sich in den Ställen viel Positives für die Pferde tut. In unserer Verantwortung liegt es, sie auch jeden Tag durch das was wir sagen (oder nicht sagen) zu einem Ort zu machen, an dem nicht nur das Stallklima für die Pferdelunge optimal ist, sondern auch für die Menschenseele. Was ja wiederum auch gut fürs Pferd ist.

 

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