Machst Du selbst das Beste aus deinem Unterricht?

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen großen Unterschied machen können. Aus der Kommunikation mit deinen Mitmenschen im Alltag kennst du das sicher. Was wäre, wenn Du die Qualität deines Unterrichts – also sowohl deine Fähigkeit, Wissen aufzunehmen als auch die Qualität der Antworten deines Trainers -  durch kleine Veränderungen spürbar verbessern könntest?

 

Guter Unterricht sollte auch Raum für die Vermittlung von Hintergrundwissen bieten. Schließlich bist du zwar in der Reitstunde der/die Lernende, gleichzeitig aber auch immer Ausbilder deines Pferdes.

Also frag nach, wenn Du etwas nicht verstehst. Immer. Schließlich ist es Ziel des Unterrichts, dass Du zwischen den Einheiten gut mit deinem Pferd trainieren kannst. Um das Gelernte richtig anzuwenden, musst Du wissen, was Du weshalb tust.

Außerdem kann dein Reitlehrer an deiner Nachfrage erkennen, wo Du gerade mit deinem Verständnis stehst. Das hilft ihm/ihr, genau den Unterricht zu machen, der dich und dein Pferd da abholt, wo ihr steht.

 

Du kannst die Qualität deines Unterrichts und deine ‚Aufnahmebereitschaft‘ positiv beeinflussen, wenn Du Deine Nachfrage offen formulierst. Das sind Fragen, die mit „Warum, weshalb, wieso“ beginnen. Diese Fragen sorgen für einen Wissenszuwachs. Sie öffnen den Geist dafür, bereits Gelerntes zu überprüfen und zu erweitern.

 

Weniger geeignet sind Nachfragen, die mit „Ja,aber...“ beginnen. Durch diese Art der Fragestellung begrenzt Du dich auf dein vorhandenes Wissen und deinen Reitlehrer in seinen Erklärungen.

Das liegt daran, dass „Ja, aber“ eher ein Einwand als eine Nachfrage ist. Ein Beispiel: Es geht im Unterricht darum, dass das Pferd im Schritt auf dem Zirkel besser zu schreiten beginnt. Darauf könntest Du mit „Ja, aber würden Seitengänge da nicht helfen?“ reagieren.

Fragst Du stattdessen: „Warum nutzen wir hier keine Seitengänge?“, bringst Du deinen Reitlehrer nicht in eine Antwortsituation, aus der heraus er seine Strategie ‚verteidigen‘ muss und Du hältst nicht an dem fest, was deines Erachtens besser wäre, sondern hörst dir die Antwort an und überprüfst für dich, ob Du sie überzeugend findest und lernst so dazu.

 

Probiere einfach mal aus, alle deine „Ja, aber“-Fragen und –Gedanken gegen „Warum/wieso“-Fragen auszutauschen. Durch dieses einfache Sprachmuster wird dein Unterricht viel konstruktiver verlaufen und du wirst das Gefühl haben, das neue Wissen besser zu integrieren.

Und nebenbei erkennst Du in der Qualität der Antworten deines Reitlehrers seine Kompetenz (oder hilfst ihm/ihr, Wissenslücken zu entdecken, um sie schließen zu können). Eine „Warum“-Frage rund und überzeugend zu beantworten, erfordert oftmals mehr Wissen als ein „Ja, aber“ niederzuschmettern.

 

Probiere diese drei Punkte einfach mal aus (wenn Du es nicht schon längst so machst):

 

1.     Immer nachfragen, wenn Du etwas nicht verstehst

2.     Offene Fragen stellen

3.     Kein „Ja aber“

...und beobachte, wie Du dazu beitragen kannst, dass in deinem Unterricht ein offener Raum entsteht, in dem du und dein Pferd wachsen können.

 

 

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Freude beim Reiten und in eurem Unterricht! Es würde mich sehr interessieren, wie das Ausprobieren der 3 Tipps sich auf deinen Unterricht ausgewirkt hat. Ich freue mich über einen Post mit Deinen Erfahrungen!

 

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