Wie Du auch an schwierigen Tagen mit einem guten Gefühl vom Pferd steigst

 

Kennst Du das auch? Nach dem Reiten bist Du unzufrieden. Du konntest mit deinem Pferd nicht an das schöne Ergebnis des Vortages anknüpfen. Während der Trainingseinheit war es mit seiner Aufmerksamkeit nicht bei dir.

 

Was, wenn es möglich wäre, so mit dieser Situation umzugehen, dass Du und dein Pferd nach dem Training ein gutes Gefühl haben?

 

Eine Trainingseinheit mit dem Pferd, aus der du (und dein Pferd) frustriert herausgehen, ist in der Lage, einen ganzen Tag zu verderben.

Die Gedanken kreisen noch den Rest des Tages darum, was wir hätten anders machen können. Beim Reiten haben wir gereizt auf das Verhalten des Pferdes reagiert. Möglicherweise schämen wir uns, weil wir ‚mehr Druck’ gemacht haben und zu wenig gelobt haben.

 

Nehmen wir eine Beispielsituation: Dein Pferd ist abgelenkt durch den Regen, der auf das Hallendach trommelt. An der langen Seite ist zu hören, wie die Regenrinne überfließt. Zudem wiehert ein im Stall stehendes Pferd im Minutentakt.

 

Möchtest Du jetzt an den Themen weiterarbeiten, mit denen Du dich am Vortrag beschäftigt hast, kann das Ergebnis eigentlich nur frustrierend sein. Als Reiter sind wir immer gleichzeitig Lehrer, Trainer und Schüler unserer Pferde. Als Lehrer haben wir die Chance zu erkennen, dass die Situation nicht dazu geeignet ist, vom Pferd gymnastische Höchstleistungen zu verlangen. Deine Aufgabe ist eine andere: Dein Pferd dazu zu bringen, auch unter schwierigen Umständen mit dir zusammen zu arbeiten.

 

Wenn dir das zu Beginn deiner Trainingseinheit klar wird, hat diese neue Ausrichtung deiner Einheit die Macht, dir und deinem Pferd auch an diesem vermeintlich schwierigen Tag ein gutes Ergebnis zu bescheren. Du erkennst, dass es heute nicht darum geht, dass dein Pferd beispielsweise besonders gute Trab-Galopp Übergänge läuft, sondern dass es großartig ist, wenn es in einer guten Trab-Dehnung an der gruseligen langen Seite entlangläuft.

 

Du entscheidest, womit Du heute zufrieden bist

 

Der Schlüssel dazu, dass Du auch an solchen Tagen mit einem guten Gefühl vom Pferd steigst, die ‚objektiv-dressurmäßig’ nicht zu euren besten gehören, ist dein eigener Fokus.

 

Dein Pferd lernt ja nicht nur, sich mit einem Menschen auf dem Rücken in einer von uns gewünschten Art und Weise zu bewegen (was ich schon erstaunlich genug finde), sondern es muss noch viele andere Dinge lernen, die uns leider oft nicht bewusst sind.

 

Dazu gehört, sich auf den Menschen zu konzentrieren, wenn drum herum viel los ist. Um das zu erreichen, kannst Du diese Anregungen berücksichtigen:

 

1.Lobe mit deiner Stimme eher und auch für weniger, als an ‚normalen’ Tagen. So hat das Pferd Erfolgserlebnisse, fühlt sich wohler und hört zunehmend besser zu.

 

2. Lobe mit deiner Stimme all jene Situationen, in denen das Pferd mit seiner Aufmerksamkeit zu dir zurückkehrt. (Denn genau das ist dein Lernziel für diese Einheit!)

 

3. Achte darauf, dass dein Pferd seine bestmögliche Dehnungshaltung einnimmt, auch wenn Du an diesem Tag zu nichts anderem kommst. Die Dehnungshaltung ist auch eine Position der psychischen Entspannung. Gelingt es dir und deinem Pferd, an einem aufregenden Tag in Dehnung zu reiten, weißt Du, dass sich dein Pferd auch unter schwierigen Umständen in das Training mit dir hineinentspannt. Das ist das Fundament dafür, um in Zukunft immer losgelöster von äußeren Umständen trainieren zu können.

 

4. Stelle deinem Pferd einfache Aufgaben und achte darauf, dass dein Pferd diese korrekt ausführt. (Viele Menschen denken, dass sie ihr Pferd am besten von der Unruhe in der Außenwelt ‚ablenken’, indem sie ihm viel zu tun geben. Diese Pferde machen dann möglicherweise zwar alles. Aber weder psychisch entspannt noch körperlich korrekt. Es bleibt oft eine innere Anspannung bestehen. Das Pferd lernt nicht, sich auch unter widrigen Umständen dem Reiter anzuvertrauen. Es bleibt gestresst und trainiert zudem falsche Bewegungsabläufe.

 

Gern würde ich hören, ob dir diese Tipps geholfen haben. Um kostenlos mit neuen Informationen rund um euren Ausbildungsweg versorgt zu werden, trage Dich gerne für meinen Newsletter ein. 

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